Schlagwort: Unzufriedenheit

Reißt euch mal zusammen!

Der aktuelle Kommentar von Ferda Ataman bringt es auf den Punkt: seit einem Jahr ist die AfD im Parlament und keine der anderen Parteien hat es bislang geschafft, einen Weg zu finden, diese Rechtspopulisten im Bundestag öffentlichkeitswirksam bloßzustellen.
Keine der anderen Parteien hat es bislang in Erwägung gezogen, gemeinsam mit Anderen die freiheitliche demokratische Grundordnung gegen die AfD zu verteidigen…
Manchmal möchte ich mich vor den Reichstag in Berlin stellen und die Abgeordneten fragen, worauf sie warten? Muss das Gebäude erst wieder brennen, bevor man aufwacht?
Also, reisst euch mal zusammen und nehmt euch nicht so wichtig, sondern kämpft gemeinsam für das, was euch zu dem gemacht hat was ihr seid, die DEMOKRATIE!
#gegenpopulisten
#gemeinsammehrerreichen
#wirsindmehr

Enttäuscht oder einfach nur in der Realität angekommen?

Vor kurzer Zeit habe ich nach einiger Zeit wieder einmal einen guten Bekannten getroffen, mit dem ich schon viele schöne Begegnungen hatte und den ich sehr schätze. Immer wieder konnten wir gemeinsam vieles erreichen und so manches Problem lösen. Ich freute mich sehr auf dieses Wiedersehen, auch wenn es wieder einmal nur zwischen „Tür und Angel“ stattfinden konnte.
Oft schon hatten wir diese kurzen Begegnungen, die ich immer sehr genossen habe. Neben dem beruflichen gab es immer wieder die kleinen privaten Gespräche über dies und das. So auch in der letzten Woche…

Als wir auf diesen Blog zu sprechen kamen und ich ihm meine Beweggründe darlegte, diesen zu schreiben fiel der Satz, der mich bis heute noch sprachlos sein lässt: „Ehrlich gesagt habe ich auch im letzten Jahr die AfD gewählt, weil es ja so nicht weiter gehen kann…“
Seit ich diese Worte hörte bin ich innerlich zerrissen und schwanke zwischen Wut und Enttäuschung hin und her. Sollte ich mich in diesem Menschen derart getäuscht haben? Was mag ihn dazu bewogen haben, diese Partei zu wählen? Was bezweckte er mit seiner Entscheidung? Muss ich diese Entscheidung akzeptieren? Wende ich  mich von ihm ab?

Oft schon habe ich über die sozialen Netzwerke solche oder ähnliche Kommentare von sogenannten „Freunden“ lesen müssen, aber nun hörte ich Sie erstmals in einem persönlichen Gespräch. Bei Facebook ist es recht einfach: nachfragen, Antwort abwarten und dann im Fall der Fälle einfach aus der Freundesliste streichen. Doch nun im direkten Gegenüber?  Nachfragen hat noch geklappt und es kam auch eine Antwort. Sie lautete irgendwo in die Richtung, dass man es „denen  da oben“ mal zeigen müsse und man sonst seine Unzufriedenheit ja nicht zum Ausdruck bringen könne.

Das Gespräch endete dann aufgrund mangelnder Zeit, was mir ehrlich gesagt ganz gut in den Kram passte, da ich nicht wusste, was ich in diesem Moment tun oder sagen sollte.
Nun ist fast eine Woche vergangen und ich weiß es ehrlich gesagt immer noch nicht. Derzeit tendiere ich dahin, die Wahlentscheidung als Protest zu werten und beim nächsten Treffen das Gespräch wieder zu suchen. Ich würde diesen Menschen nur sehr ungern verlieren und würde mich freuen, wenn er sich trotz seiner Entscheidung im vergangenen Jahr von den Zielen dieser populistischen und teilweise menschenverachtenden Partei distanzieren würde. Wenn dies nicht der Fall sein wird, muss ich neu überlegen, ergebnisoffen…

Für mich wurde in der vergangenen Woche klar, dass die Unzufriedenheit in unserer Gesellschaft auch bei denen angekommen ist, die eigentlich keinen Grund haben sich zu beschweren. Es ist offensichtlich einfacher Unzufriedenheit aus dem zu schöpfen, was andere haben und mir fehlt, als Zufriedenheit aus dem was ich habe. Schade eigentlich…

 

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