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Ist die Spaltung der AfD der Silberstreif am Horizont?

Die „Patriotische Plattform“, eine (aus meiner Sicht rechtsextreme) Gruppe mit Vereinsstatus will sich also bei der nächsten Mitgliederversammlung auflösen. Begründet wird dies mit der Behauptung, dass die Masse der Anliegen dieses Vereins mittlerweile Einzug in das Parteiprogramm der AfD gefunden habe. Wenn dies so sein sollte, müsste die AfD aus meiner Sicht wirklich vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Doch gerade hier könnte der wirkliche Grund der Auflösung liegen.

Die AfD entledigt sich in den letzten Wochen zunehmend den sehr auffälligen Mitgliedern und Organisationen am rechten Rand oder darüber hinaus. Hierdurch macht sich die AfD in der Tat weniger angreifbar.

Was aber bleibt, sind die unsäglichen Reden im Bundestag und die Hetze in Interviews oder Facebook-Beiträgen. Diese sind zwar schwer zu ertragen aber immer ein kleines bisschen weg von diversen Straftatbeständen.

Doch reicht das der Masse der Mitglieder und Wähler dieser Partei aus? Wollen nicht viele das, was die Patriotische Plattform immer noch fordert? Wollen Sie nicht wirklich ein rein deutsches Volk ohne Zuwanderung?

Vielleicht ist hier eine kleine Chance, diese Partei innerlich zu spalten. Auf der einen Seite die rechten Hardliner, auf der Anderen die ehemaligen Lucke-Jünger, denen es ursprünglich gar nicht um Migration und Flüchtlinge ging.

Was wir alle, auch die gewählten Volksvertreter, jedoch nicht tun sollten, ist die intellektuelle Führung der AfD zu unterschätzten. Sowohl im Bundestag, als auch in den vorderen Reihen „Rechtsaußen“ sitzen viele schlaue Köpfe, denen es zu begegnen gilt. Dies erreicht man allerdings weder durch Nichtbeachtung, noch durch bepöbeln. Nur der klare Diskurs und die vehemente Widerlegung der absurden Äußerungen und Wahrheitsverdrehungen kann hier zum Erfolg führen!

Hier sind dann wirklich ALLE gefragt!

Daher gilt für mich immer noch: #wirsindmehr!

Reißt euch mal zusammen!

Der aktuelle Kommentar von Ferda Ataman bringt es auf den Punkt: seit einem Jahr ist die AfD im Parlament und keine der anderen Parteien hat es bislang geschafft, einen Weg zu finden, diese Rechtspopulisten im Bundestag öffentlichkeitswirksam bloßzustellen.
Keine der anderen Parteien hat es bislang in Erwägung gezogen, gemeinsam mit Anderen die freiheitliche demokratische Grundordnung gegen die AfD zu verteidigen…
Manchmal möchte ich mich vor den Reichstag in Berlin stellen und die Abgeordneten fragen, worauf sie warten? Muss das Gebäude erst wieder brennen, bevor man aufwacht?
Also, reisst euch mal zusammen und nehmt euch nicht so wichtig, sondern kämpft gemeinsam für das, was euch zu dem gemacht hat was ihr seid, die DEMOKRATIE!
#gegenpopulisten
#gemeinsammehrerreichen
#wirsindmehr

Alles wird schlimmer – oder vielleicht doch nicht?

Am vergangenen Sonntag erschien im SPIEGELonline ein Kommentar von Christian Stöcker mit dem Titel „Die Welt wird besser – es will nur keiner glauben“.
Auch mir begegnen immer wieder Sätze wie „Früher war alles besser“ oder „Es wird irgendwie immer alles schlimmer“ und auch ich stelle mir oft die Frage, ob das wirklich so ist. Wenn ich mich umschaue sehe ich volle Geschäfte in der Innenstadt, den Postboten, der mehr Pakete eines einschlägigen Versandhauses als Briefe in seinem Auto hat, Restaurants die voller Menschen sind und vieles Weitere.
Natürlich sehe ich auch die Obdachlosen in der Stadt, Menschen, die sich ihr knappes Haushaltsgeld mit dem Sammeln von Pfandflaschen aufbessern und weitere Dinge. Was soll ich nun glauben?

Stöcker zitiert aus verschiedenen Büchern von Hans Rosling, Steven Pinker oder berichtet von der Website „Our World in Data“, die von dem Ökonomen Max Roser betrieben wird.
Als kleines Beispiel soll hier nur die Zahl der Kinder unter fünf Jahren dienen, die im Jahr 2016 verstorben sind. Diese Zahl liegt bei ungefähr fünf Millionen! Dies ist eine enorm hohe Zahl mit schlimmen Schicksalen, die sich hinter dieser Zahl verbergen. Im Jahr 1990 betrug die Zahl jedoch noch über elf Millionen! In in 26 Jahren hat sich die Kindersterblichkeit also mehr als halbiert! Dies sollte uns trotz allem Ansporn sein, die Zahl noch weiter nach unten zu bringen, aber uns auch verdeutlichen, dass wir bereits auf einem guten Weg sind.

Dies ist nur ein Beispiel aus diesem Artikel, der sich aber bei beliebig vielen Themen fortsetzen ließe. Warum aber haben wir so große Probleme damit, positive Veränderungen zu kommunizieren oder gar zu begreifen?
Kurz gesagt: ich weiß es nicht, werde aber einmal ein paar Thesen aufstellen, was nach meiner Meinung dazu beiträgt:

  • Durch die Schnelligkeit und globale Verfügbarkeit von Informationen sind wir in der Lage, Ereignisse zu verfolgen, von denen wir in der Zeit vor dem Internet niemals erfahren hätten.
  • Schlechte Nachrichten verkaufen sich seit jeher besser als gute Nachrichten.
  • Verschiedenste Gruppen, Parteien oder Interessenverbände gewinnen ihren Zuspruch aus einer Gefühl der Verunsicherung oder gar der Angst heraus und haben somit auch ein Interesse, dieses Gefühl zu erzeugen oder zu verstärken.
  • Die Gesellschaft an sich ist immer mehr auf das „Ich“, als auf das „Wir“ bedacht. Wenn ein Anderer etwas besitzt, was ich nicht habe, fühle ich mich schlecht und ungerecht behandelt.

Nun bleibt es jedem überlassen, ob er diese Thesen von mir teilt oder denen vehement widerspricht. Ich erhebe weder einen Anspruch auf Richtigkeit, noch auf Vollständigkeit…

Ein Beispiel aus meinem persönlichen Empfinden ist auch der Wahlkampf zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr. Nahezu alle Parteien haben vor irgendetwas gewarnt. Die einen vor der Islamisierung Deutschlands, andere vor dem Zusammenbruch des Sozialstaates oder der voranschreitenden Globalisierung. Nicht eine Partei hat aber gesagt, was in den vergangenen Jahren positives erreicht werden konnte. Gerade Parteien, die die vier vorangegangenen Jahre an der Regierung waren und viele gute Dinge auf den Weg gebracht haben, hätten hiermit doch werben können, oder sehe ich das falsch?

Aus meiner Sicht sollten wir bei Weitem nicht alles durch eine rosane Brille sehen, aber vieles vielleicht mit weniger Emotionen und mit mehr Sachlichkeit.

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